Müde und unkonzentriert: Was tun gegen den „Winterblues“?

Eine Pflanze sieht nicht nur dekorativ aus, sie hat auch viele gesundheitliche Vorteile. So kann man an Pflanzen sehen ob genug Tageslicht in ihrem Zimmer vorhanden ist.

Im Winter sind wir oft müde, genervt oder können uns im Job schlechter konzentrieren. Studien beweisen: Mangel an Tageslicht kann schuld sein. Vielen Menschen macht der „Winterblues" zu schaffen. Zimmerpflanzen können als natürliche „Licht-Kontrolleure" eingesetzt werden. Man kann ihnen ansehen, ob genug gesundes Licht am Schreibtisch ankommt.

Im Winter spielt sich der Alltag vor allem in geschlossenen Räumen ab. Das wirkt sich auf die Gesundheit aus, denn das Tageslicht steuert u.a. die Bildung des wichtigen Vitamin D im Körper und wirkt über die Sehnerven auf unsere „innere Uhr".

Licht ist wichtig für die Arbeitsleistung

Sind die Tage kürzer, schaltet die innere Uhr auf Energiesparmodus: Viele Menschen sind müder oder haben Heißhunger auf Süßes. Dieser „Winterschlaf-Reflex" ist bis zu einem gewissen Grad normal. Tageslicht-Mangel kann aber auch gravierende Folgen haben – bis hin zu Depressionen, Haut- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Am Arbeitsplatz ist Tageslicht ein wichtiger Faktor für die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Da Pflanzen das gleiche Licht benötigen wie Menschen, bilden sie ein natürliches Barometer. Ihre Ansprüche sind unseren erstaunlich ähnlich – aber sie zeigen viel schneller, ob ihnen etwas fehlt und z.B. genügend Licht durchs Bürofenster dringt.

Die richtige Dosis Tageslicht kann enormen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben: Nach Schätzungen des Fachverbands Tageslicht und Raumluft e.V. (FVLR) leidet rund ein Viertel der Deutschen an „Seasonal Affective Disorder" (SAD), einer Winterdepression infolge von Lichtmangel. An der University Texas fiel auf, dass der Anteil an Vitamin D bei depressiven Menschen besonders niedrig ist. Zugleich beeinflusst das Vitamin das Immunsystem und kann so z.B. vor Schnupfen schützen.


Auch in scheinbar hellen Räumen kann die Ausbeute an „gesundem" Licht zu gering sein. Zimmerpflanzen können als natürliche Licht-Kontrolleure eingesetzt werden. Foto: die Raumbegrüner

Müde und unkonzentriert am Arbeitsplatz

Künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten ist zudem eine der wichtigsten Ursachen des so genannten „Sick Building Syndroms" (SBS): Menschen, die unter ungünstigen Lichtverhältnissen arbeiten, fühlen sich schneller ermüdet, haben mehr Kopfschmerzen oder leiden häufiger unter Konzentrationsschwäche.

Je weiter der Arbeitsplatz im Rauminneren und damit von Fenstern entfernt liegt, desto stärker fallen diese Beschwerden aus. „Studien aus dem Arbeitsleben zeigen, dass sich an besser beleuchteten Arbeitsplätzen weniger Ermüdung einstellt und die Fehlerquote rapide sinkt, während die Arbeitsleistung steigt", berichten die Experten vom FVLR weiter.

Was hilft? Mehr Licht!

Der erste Schritt ist also: Mehr Licht! Bei einem mittäglichen Spaziergang herrscht selbst an einem wolkigen Wintertag eine Lichtstärke von 2.000 Lux, während Wohnräume selten mehr als 100 und Arbeitsräume oft nur 500 Lux aufweisen. Für Zuhause gibt es spezielle Tageslicht-Lampen; sehr gut wirken aber auch bereits Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen in Kaltweiß. Wer „drinnen" sein muss, dem raten Mediziner, sich in Fenster-Nähe aufzuhalten – also nahe den Plätzen, die wir sonst den Zimmerpflanzen gönnen.

„Wir stehen im Dunkeln, obwohl es uns hell erscheint"

Wie viel Licht in Wohnzimmer und Co. ankommt, kann man zwar mit einem Luxmeter oder auch dem Lichtmesser des Fotoapparats herausfinden. Doch es kommt auch darauf an, welches Licht: Schon Fensterglas filtert erhebliche Teile der UV-Strahlung aus, die der Körper braucht, um das „Sonnenvitamin" D zu bilden. Wärmegedämmte Scheiben lassen oft die wichtigen blauen und roten Wellenlängen des Lichtes nicht durch. „Wir stehen ,im Dunkeln', obwohl es unserem Auge hell erscheint", erklärt Lutz Peter Kremkau von der bundesweiten Initiative „die Raumbegrüner".

So zeigen Pflanzen den Lichtmangel an

„Da kaum jemand weiß, welche Fenster er hat, können Zimmerpflanzen als Kontrolleure dienen", so der Pflanzen-Experte. Werden die Pflanzen „schwarz", könne das ein Zeichen für Lichtmangel sein; ebenso lange, kahle Triebe. Bei bunten Pflanzen verblasst die Farbe. Andere werfen ihre Blütenknospen ab, wenn sie zu dunkel stehen.

Grundsätzlich gilt: Wo es Pflanzen gut geht, geht es auch dem Menschen gut. Ihre Ansprüche sind unseren erstaunlich ähnlich – aber sie zeigen viel schneller, wenn ihnen etwas fehlt. Neben ihrer Funktion als „Gesundheits-Kontrolleure" sorgen sie auch aktiv für positive Effekte: Lebendes Grün hilft bei der Stressbewältigung, erhöht die Luftfeuchtigkeit und filtert Schadstoffe aus der Raumluft.