Pflanze im Topf mit Blähton

Blähton

Wissenswertes zur Verwendung von Blähton

  • Außenbegrünung – Können Pflanzen mit Lava- oder Hydrosteinen bzw. Seramisprodukten dauerhaft im Garten stehen?

    Verschiedenste Vulkanaschen, Blähton und Schiefer sind für die Außenbegrünung geeignet. Sie können für Beete, Gefäße und zur Dachbegrünung eingesetzt werden. Für Seramis hingegen ist bisher nur ein Beispiel bekannt, in dem sich die Außenbegrünung als frostfest erwiesen hat.

  • Klimazone – Welches Klima ist für Hydrokultur besonders geeignet? Ist sie auch in subtropisch heißen Gebieten einzusetzen?

    Das System Hydrokultur ist auch für subtropisch heiße Gebiete geeignet. Eventuell kann ein hoher Wasseranstau, aufgrund geringerer Sauerstoffgehalte, zu stärkeren Auswirkungen führen. Die Lösung ist einfach: Halten Sie ggf. die Wasserstände niedrig.

  • Kulturtopf – Welches ist die richtige Kulturtopfgröße?

    Kulturtöpfe sind mit den Wasserstandsanzeigern abgestimmt und in Höhe und Durchmesser genormt. Daher kommen die einheitlichen Bezeichnungen, die Durchmesser/Höhe angeben, z. B. 13/12. Beim Umsetzen einer Pflanze sollte der neue Topf ein bis zwei Nummern größer sein.

  • Lebensdauer – Wie lange sind Hydropflanzen haltbar? Welche sind ihre größten Feinde?

    Hydrokulturen können unter optimalen Bedingungen Jahrzehnte halten. Aus der Praxis sind Anlagen bekannt, die bereits älter als 20 Jahre sind. Dass viele Bepflanzungen vorher scheitern, liegt häufig an einem zu hohen Wasserstand oder an unzureichenden Lichtbedingungen. Außerdem werden immer noch gravierende Fehler bei der Ernährung gemacht. Im Einzelfall kann es natürlich noch eine Vielzahl anderer Gründe für ein Scheitern geben. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Hydropflanzungen haltbarer als Pflanzungen in gärtnerischen Erden auf Basis organischer Substrate sind.

  • Lehrgang – Wer bietet betriebliche Weiterbildung zum Thema Hydrokultur an?

    Lehrgänge oder Seminare zum Thema Hydrokultur werden beispielsweise von Hydrobetrieben angeboten. Diese sind natürlich sehr stark verkaufsorientiert und auf die jeweilige Firma zugeschnitten. Neutrale Seminare finden zweimal jährlich an der Fachhochschule Weihenstephan statt. Informationen dazu finden Sie unter http://www.hswt.de. Außerdem werden zusammen mit dem Fachverband Hydrokultur des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) Seminare an der Bildungsstätte in Grünberg angeboten.

    Informationen dazu bietet die Website des Fachverbands Raumbegrünung und Hydrokultur auf www.fachverband-hydrokultur.de oder der Geschäftsführer des Fachverbandes, Stefan Gentzen, erreichbbar unter info@fvrh.de

  • Vermehrung – Ist es möglich, Hydro-Pflanzen aus Obstkernen selbst zu ziehen? Speziell z. B. Avocado, Mango, Kaffee oder Kokosnuss. Was muss man dabei beachten?

    Selbstverständlich kann man Pflanzen aus Samen für die Hydrokultur vermehren. Optimal ist, wenn dies gleich in einem inerten Substrat geschieht. Vermehrungssubstrate müssen allerdings feinkörniger als das spätere Kultursubstrat sein, damit der Samen ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann und nicht austrocknet. Verwenden können Sie beispielsweise Perlite, Seramis oder Blähton der Körnung 2 – 4 mm. Auch grober Sand ist möglich. Besonders gut geht die Anzucht in kleinen Steinwollwürfeln.

  • Warum wachsen Pflanzen in Hydrokultur?

    Fünf Dinge braucht die Pflanze, das sind Licht, Luft, Wasser, Wärme und Nährstoffe. Das Licht und die Wärme sind abhängig von dem Standort, den wir für unsere Pflanzen wählen: Stehen sie z.B. nah am Fenster in einem warmen Raum oder in einem dunklen Winkel im kühlen Flur? Für Licht und Wärme ist also die Wahl des Standorts entscheidend. Das Zusammenspiel von Luft, Wasser und Nährstoffen hingegen geschieht im Pflanzgefäß, d.h. im Wurzelbereich der Pflanze. Die Pflanze atmet nämlich nicht nur über ihre Blätter, sondern hat auch eine Wurzelatmung. Wenn ein Gewächs also z.B. ständig zuviel Wasser bekommt, hat es zugleich auch immer zuwenig Luft, es „erstickt" förmlich. Die Wurzelatmung spielt darum eine entscheidende Rolle für die Pflanzen-Gesundheit. Beim Wachstumsfaktor Luft greift ihm nun die Hydrokultur kräftig unter die Arme. Die Blähton-Kügelchen sind formstabil und garantieren so den Wurzeln immer ausreichende Luftzufuhr. Diese absolut sicheren „Luftkammern" könnten nur durch zuviel Wasser verdrängt werden – deshalb gehört der Wasserstandsanzeiger zur Hydrokultur. Mit seiner Anzeige zum minimalen, optimalen oder maximalen Wasserstand im Gefäß stellt er sicher, dass wir nicht mehr gießen, als die Pflanze braucht – bis etwa auf ein Drittel der Gefäßhöhe. So ist im oberen Teil des Gefäßes stets die ausreichende Versorgung mit Luft gewährleistet!

  • Wie verhält es sich mit Wasser und Nährstoffen bei der Hydrokultur?

    Die Pflanze erschließt sich ihre Nahrung über das Wasser – sobald die Nährstoffe ins Wasser gelangen, spricht man von einer „Nährlösung". Denn entgegen der weitläufigen Meinung beziehen Pflanzen ihre Nährstoffe nicht direkt aus der Erde, sondern nehmen Mineralstoffe aus dem Wasser auf. Draußen dient meist die Erde als Unterlage und Speicher für Wasser und Nährstoffe. In Hydrokultur erhält das lebende Grün alle nötigen Nährstoffe direkt über den Dünger – deshalb beim Einkauf immer auf die speziellen Hydrokultur-Dünger achten! Dieser kann ganz exakt dosiert werden, denn der Blähton selbst ist anorganisch und „neutral", er bildet keinen Puffer und mischt sich auch sonst nicht ein. Zugleich sorgt der Wasserstandsanzeiger dafür, dass nicht zuviel gegossen wird – diese Sorte falsch verstandenen „Verwöhnens" ist nämlich die häufigste Ursache für Pflanzenschäden.

    Zugleich sagt uns der Wasserstandsanzeiger, wann der Wasservorrat aufgebraucht ist und wieder gegossen werden soll. So entsteht ein Wechsel wie bei Ebbe und Flut, der den Pflanzen bestens bekommt. Mit dem ausgewogenen Luft-Wasser-Verhältnis im Pflanzgefäß geht es der Pflanze sichtlich gut. Und der Pflanzenfreund genießt den Luxus deutlich längerer Gießintervalle.

    Die Pflanzen können gesund gedeihen und bei optimaler Wasser- und Nährstoffversorgungimmer auch gleichzeitig atmen. Damit bietet die Hydrokultur unseren Zimmerpflanzen drei von fünf Wachstumsfaktoren in einem optimalen und sicheren System. Weil das so gut funktioniert und Pflanzen in Hydrokultur häufig besser gedeihen, wird das System auch schon seit langem dort genutzt, wo es um Ernährung geht – etwa bei der Gemüse-Anzucht.

  • Wasserstand – Meine neue Wohnung habe ich mit meist kleinen Hydrokulturen bestückt. Leider musste ich feststellen, dass alle Pflanzen nach und nach braune Blätter erhalten oder Pflanzenteile hängen lassen. Die Hydropflanzen stehen auf Granit-Fensterbänken über der Heizung. Ist das der Grund für die Verendung?

    Ein Standort unmittelbar über dem Heizkörper ist sicher nicht der beste. Ob das aber den Schaden verursacht hat? –Die Symptombeschreibung erinnert mehr an zu feuchte Kultur, also beispielsweise zu hohen Wasserstand. Leicht daran zu erkennen, dass die Wurzeln in Fäulnis übergegangen sind. Besonders anfällig dafür sind die von Ihnen erwähnten kleinen Gefäße. Die Kultur von Pflanzen in Hydrokultur in Gefäßen mit nur 9 cm oder weniger Topfhöhe ist sehr problematisch.

  • Sonnenschutzverglasung/Wintergarten – Im Wintergarten meiner Schwiegereltern kümmern mehrere Pflanzen sowohl in Hydrokultur als auch in Seramis vor sich hin, obwohl meines Wissens keine Kulturfehler hinsichtlich Licht, Wasser, Düngung vorlagen. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt häufig unter 40 %, nur selten steigt sie bis auf 50% an. Es handelt sich um einen voll beheizten Wintergarten mit Fußbodenheizung, automatischer Belüftung und Beschattung sowie Sonnenschutzverglasung.

    Niedrige Luftfeuchte ist in einem beheizten Wintergarten, bei dem die Pflanzen in Einzelgefäßen stehen und nicht in Beeten ausgepflanzt sind, nicht ungewöhnlich. Bei ausreichender Wasserversorgung wird dies auch gut von den Pflanzen vertragen. Möglicherweise stehen die beschriebenen Probleme in Zusammenhang mit der Verglasung des Wintergartens.

    onnenschutzverglasungen filtern die für Pflanzen wichtigen blauen und roten Wellenlängen des Lichtes heraus. Die Pflanzen stehen im Dunkeln, obwohl es für das menschliche Auge hell ist. Die Folge sind erhebliche Wachstumsstörungen und im Extremfall das Absterben der Pflanzen. Diese Problematik wurde von dem Technikberater Dieter Jansen in den letzten Jahren untersucht und in verschiedenen Publikationen beschrieben. Einen ausführlichen Beitrag finden Sie beispielsweise im Handbuch Innenraumbegrünung (Thalacker Medien/ISBN 3-87815-094-6). Häufig kann durch Zusatzbeleuchtung Abhilfe geschaffen werden.

  • Kann ich auch Pflanzensamen auf Hydrokultur ausstreuen?

    Aussaaten für Hydrokulturen brauchen ein feines Granulat . In dem normalen Blähton der Körnung 8/16 mm werden Aussaaten kaum gelingen. In den Praxisbetrieben wird in der Regel in Perlite ausgesät. Es handelt sich um eine weiße Vulkanasche, die im Baugewerbe auch als Isolierung verwendet wird. Alternativ können Sie auch Seramis für Aussaaten verwenden. Die Samen nach Möglichkeit leicht mit Granulat überdecken, damit sie nicht austrocknen und bei möglichst optimaler Temperatur aufstellen. "Lichtkeimer" nicht abdecken.

  • Steinwolle – Ist das Anwurzeln von Stecklingen besser auf Blähton oder auf Steinwolle? Kann man auf Steinwolle bewurzelte Stecklinge erfolgreich auf Blähton weiterkultivieren?

    Erfahrungsgemäß bilden Stecklinge in Steinwolle besser und schneller Wurzeln. Dies dürfte auf den besseren Kontakt zwischen Stecklingsbasis und dem Substrat zurückzuführen sein, wodurch sich eine bessere Wasserversorgung ergibt. In Steinwolle bewurzelte Jungpflanzen lassen sich relativ problemlos in Blähton überführen. Bevor die Pflanzen in den Blähton eingewurzelt sind, ist jedoch auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Der Steinwollwürfel darf in dieser Zeit nicht austrocknen. Später ist das Austrocknen des Würfels durchaus erwünscht.

  • Blähton – Ich habe die Spitze eines Gummibaums, der bereits in Hydrokultur wächst, als Ableger bekommen (etwa 50 cm lang). Mir wurde empfohlen, den Ableger zur Bewurzelung in Wasser zu stellen. Das ist nun zwei Wochen her. Es haben sich aber immer noch keine Wurzelansätze gebildet. Sollte ich den Ableger lieber in feinkörnigen Blähton setzen? Was hätte ich dabei zubeachten?

    Gummibäume zu bewurzeln ist nicht ganz einfach. Aus diesem Grund wird empfohlen, die Pflanzen "abzumoosen". Dabei wird der zu bewurzelnde Trieb an der Mutterpflanze belassen und lediglich bis etwa zur Hälfte des Stengels eine Kerbe ausgeschnitten. Das Ganze wird dann mit feuchtem Torfmull und einer Folie umhüllt und gewartet bis sich Wurzeln gebildet haben. Dann erst wird der Trieb von der Pflanze ganz abgeschnitten. In Ihrem Falle sollten Sie warten, bis sich in Wasser Wurzeln bilden. Dazu das Gefäß möglichst warm und hell stellen und Geduld haben. Es wird sicher noch einige Wochen dauern. Wöchentlich das Wasser wechseln. Eine schwache Düngelösung kann hilfreich sein. Dazu etwa 1/10 der üblichen Konzentration eines Flüssigdüngers einsetzen.

  • Durchspülen – Ich besitze zwei Hydropflanzen, die so groß sind, dass ich sie nicht mehr in der Badewanne durchspülen kann (Ranke am Wuchsstock ca. 2 m hoch und an der Wand festgebunden). Was mache ich dann?

    Nach neuerer Versuchserfahrung hat sich die Empfehlung zum Durchspülen der Gefäße gewandelt. Dies ist nur noch bei einem akuten Fehler (Überdosierung, Verschmutzung der Nährlösung durch Getränkereste etc.) sinnvoll. Im Regelfall kann darauf verzichtet werden. Wichtig ist in diesem Falle, dass die natürliche Aufwärtsbewegung der Salze und das Auskristallisieren an der Substratoberfläche gefördert wird. Dies erreicht man dadurch, dass Wasser oder Nährlösung nur an einer Stelle eingefüllt wird. Die sich oben ablagernden Salze lassen sich durch Austauschen der obersten Blähtonschicht in größeren Zeitabständen leicht entfernen. Auf diese Weise werden Ballastsalze aus dem Gießwasser ebenso entfernt, wie unverbrauchte Nährstoffe.

  • Geschlossene Bewässerung – Ich habe einen Gartenbaubetrieb und würde gerne auf geschlossene Bewässerung um- stellen! Aber ich wollte doch vorher die Vor- und Nachteile in Erfahrung bringen! Ich würde mich freuen wenn Sie mich einwenig aufklären könnten!

    Ihre Frage lässt sich leider nicht mit wenigen Sätzen beantworten. Ich möchte Ihnen deshalb raten, sich zunächst mal die Broschüre "Geschlossene Bewässerungsverfahren" von 1998 zu studieren. Wenn dann noch konkrete Fragen auftreten, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

  • Regenwasser – Ich gieße meine Hydro-Pflanzen mit Regenwasser. Mit welchem Dünger erziele ich die beste Nährstoffversorgung?

    Die Verwendung von Regenwasser zur Bewässerung von Pflanzen in Innenräumen, gleichgültig ob Hydrokultur, Seramis oder Torfkultur, ist nicht unproblematisch. Dies liegt daran, dass die im Handel angebotenen Düngemittel für Endverbraucher für die Kombination mit salzfreiem Gießwasser nicht geeignet sind. Die Erklärung ist vielschichtig: Der Einsatz von Ionenaustauscherdünger (z.B. Lewatit) setzt eine gewisse Salzmenge im Gießwasser voraus, damit der Ionenaustausch funktioniert.

    Der Hersteller von Lewatit HD5, die Firma Bayer/Leverkusen, hat dieses Problem erkannt und für weiche salzarme Gießwässer das "Lewatit HD5 plus" entwickelt. Dieser Ionenaustauscher-Dünger enthält zusätzlich ein natürliches Mineral, das den Ionenaustausch fördert und für eine zusätzliche Kalzium- und Magnesium-Versorgung sorgt. Allerdings ist dieser Dünger für salzfreies Wasser, also Regenwasser, nicht geeignet. Zwar werden auch in salzfreiem Wasser deutlich mehr Nährstoffe freigesetzt, der Ionenaustauscher bindet aber nahezu das gesamte Kalzium, Magnesium und Sulfat, so dass den Pflanzen diese unverzichtbaren Nährelemente fehlen. Flüssigdünger werden fälchlicherweise häufig als Alternative für salzarme Gießwässer angesehen. Sie sind aber gerade für diesen Einsatzbereich auch nicht geeignet. Flüssigdünger enthalten nämlich keine nennenswerten Mengen an Kalzium und Magnesium. Aus technischen Gründen können beide Nährelemente in konzentrierten Stammlösungen nicht enthalten sein. Außerdem enthalten Flüssigdünger vergleichsweise hohe Ammonium-N-Anteile, die in Kombination mit salzarmem Gießwasser zu einem starken Abfall des pH-Wertes der Nährlösung führen, was die ohnehin schlechte Kalziumversorgung nochmals verschlechtert. Ebenfalls für weiches Gießwasser entwickelt wurde die "Blusana-Düngetablette".

    Als zusätzliche Komponente enthält dieses Düngemittel eine gewisse Menge Kalzium in Form von Ca-Sulfat, also Gips. Für Regenwasser ist die enthaltene Kalziummenge allerdings viel zu niedrig.Außerdem enthält der Dünger Ammoniumstickstoff, was den bereits erwähnten Abfall des pH-Wertes bewirkt. Wie düngt man Hydrokulturen nun richtig mit Regenwasser. Immerhin werden im Produktionsgartenbau erfolgreich Pflanzen mit Regenwasser kultiviert. Aus den oben angeführten Gründen lassen sich zwei Anforderungen an die Zusammenstellung einer Nährlösung ableiten: Es muss die Kalzium-Versorgung sichergestellt und Mineralstickstoff darf nicht als Ammonium verabreicht werden.

    Die Nährlösung wird in diesem Fall aus zwei Komponenten zusammengestellt: Kalksalpeter (0,45 g/Liter) und "Flory Basisdünger 1" (0,35 g/Liter). Über den Kalksalpeter erhalten die Pflanzen Kalzium (Ca) und Nitrat-Stickstoff und über den Basisdünger alle übrigen Nährstoffe, wie Kalium, Phosphat, Magnesium, Schwefel und alle Spurenelemente. Beide Düngemittel können, allerdings jeweils getrennt (!), als Stammlösung in 100-facher Konzentration angesetzt und dann für die Herstellung der Nährlösung 1:100 verdünnt werden. Dies ist die einzige Möglichkeit einer optimalen Düngung in Kombination mit Regenwasser. Kalksalpeter ist stark hygroskopisch und zerfließt, wenn er Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Das Gefäß muss unbedingt luftdicht verschlossen sein.

  • Sauerstoffgehalt – Kann man durch Anreicherung des Gießwassers mit Hilfe einer Luftpumpe bzw mit Sauerstofftabletten das Wachstum verbessern?

    Frisch gezapftes Gießwasser ist in der Regel nahezu mit Sauerstoff gesättigt. Eine weitere Sauerstoffzufuhr wird deshalb ohne Wirkung sein. Mit Sauerstofftabletten (aus der Aquaristik?) liegen keine Erfahrungen vor.

  • Wasserhärte/ph-Wert – Unser Wasser (Essen/Ruhr) hat hohe pH-Werte (7,2 - 7,9) bei niedrigsten Härtegraden (max. I). Wie ist die optimale Nährlösung für solche Verhältnisse? Der von Ihnen für niedrige Härtegrade empfohlene Lewatit HD 5 plus ist im hiesigen Handel nicht vorrätig und ich habe ihn auch auf der Bayer-Homepage vergeblich gesucht.

    Der pH-Wert des Gießwassers darf nicht überbewertet werden. Er hängt nicht nur vom Gehalt des Wassers an Hydrogenkarbonat-Ionen (Säurekapazität bzw. Karbonathärte) ab, sondern wird auch nennenswert von dem CO2-Gehalt des Wassers bestimmt. Bei weichem, schwach gepufferten Wasser wird der pH-Wert durch geringe Einflüsse sehr stark, sowohl nach oben als auch nach unten beeinflusst, ohne dass dies von Bedeutung wäre. Entscheidend für die Pflanze ist der pH-Wert, der sich nach Düngerzusatz einstellt. Kurzfristig wird dieser im wesentlichen durch die Phosphatkonzentration (Phosphatpuffersystem) und mittel- und langfristig durch die Mineralstickstoffform (Ammonium oder Nitrat) bestimmt.

    Relativ weiches Gießwasser erfordert eine besondere Düngung. Der normale Ionenaustauscherdünger "Lewatit" ist in diesem Fall nicht zu empfehlen. Hier muss auf jeden Fall "Lewatit HD5 plus" eingesetzt werden. Dieses Düngemittel ist im Handel auch unter der Bezeichnung "Blusana" erhältlich. Man kann beide Düngemittel leicht voneinander unterscheiden. Lewatit plus enthält neben den runden Perlen des Ionenaustauschers deutlich sichtbare unregelmäßig geformte Mineralstoffpartikel. Ich muss leider bestätigen, dass es weder bei dem Hersteller von Lewatit (Bayer AG) noch bei dem Vertreiber des Produktes Blusana (Firma Lenz) eine qualifizierte Information darüber im Internet gibt.

  • Wassertemperatur – Beim Düngerwechsel meiner 20 Jahre alten Strelizie habe ich festgestellt, dass die Wassertemperatur erheblich oberhalb der Zimmertemperatur lag. Was kann die Ursache sein und sind negative Folgen zu befürchten?


    Eine im Vergleich zur Zimmertemperatur höhere Nährlösungstemperatur im Gefäß kann in der Regel durch zwei Gründe verursacht werden: Einfluss durch Heizung (Heizkörper oder Bodenheizung) oder durch direkte Sonneneinstrahlung. Gegen den Einfluss der Heizung kann man das Gefäß ggf. durch eine isolierende Schicht (Styroporunterlage etc.) schützen.

    Sofern das Gefäß direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wirkt sich dies besonders stark bei dunklen Gefäßen aus. Ob die Temperaturerhöhung zu Pfanzenschäden führt, hängt außer von der Höhe der Temperatur auch sehr stark von der Pflanzenart ab. Die Empfindlichkeit von Strelizien ist mir allerdings nicht bekannt. Temperaturen über 40° C sollten jedoch auf jeden Fall vermieden werden.

  • Erneuerung – Muss man das Granulat irgendwann erneuern und wenn ja, in welchen zeitlichen Abständen?

    Ein entscheidender Vorteil der "Hydrokultur" liegt darin, dass das eingesetzte Substrat Blähton dauerhaft strukturstabil ist. Es wird weder von Mikroorganismen zersetzt, noch löst es sich auf andere Weise auf. Aus diesem Grund ist ein Austausch des Blähtons nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Ein Austausch kann lediglich für die oberste nicht durchwurzelte Schicht in Betracht kommen, wenn Salzablagerungen den Blähton unansehnlich gemacht haben.

  • Wiederverwendung – Was ist beim Wiederverwenden von Blähton zu beachten?

    Es empfiehlt sich, das Granulat gründlich, mehrfach zu wässern, um anhaftende Salze zu entfernen. Bewährt hat sich, den Blähton über mehrere Stunden mit Wasser zu überstauen. Auf diese Weise gehen alle leicht löslichen Salze in Lösung. Etwas hartnäckiger kann das Entfernen von abgelagertem Kalk oder Gips sein. Besonders gutes Lösungsvermögen hat Regenwasser.

  • Pflege – Kann ich Tonkügelchen, die Salzablagerungen haben einfach waschen und wiederverwenden oder sind bei ihnen die Kapillargefäße verstopft?

    Gebrauchten Blähton kann man nach mehrfachem, gründlichen Wässern und Spülen wiederverwenden. Man kann die Küglechen über mehrere Stunden im angestauten Wasser einweichen. Abhängig von der Art der anhaftenden Salze lassen sich diese mehr oder weniger gut auflösen. Etwas hartnäckig ist die Ablagerung von Kalk und Gips. Besonders gutes Lösungsvermögen hat Regenwasser, weil es viel Salz aufnehmen kann.

  • Gebrauch – Sollten Hydrosteine vorm Gebrauch mit klarem Wasser gespült werden? Beeinflussen ungereinigte oder gereinigte Steine den pH-Wert des Wassers?

    Blähton sollte vor der ersten Verwendung mit Wasser gespült werden. Dadurch werden die anhaftenden Feinteile (Staub durch Abrieb) und mögliche außen anhaftende, lösliche Salze entfernt. Guter Blähton wird einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen. Diese Qualität kann ohne Spülung verwendet werden. Das gilt auch für den pH-Wert: Blähton, der den Qualitätskriterien entspricht hat einen geringen, zeitlich begrenzten Einfluss auf den pH-Wert der Nährlösung im Gefäß.

  • Versalzen – Kann es zum Versalzen des Blähtons kommen? Geht dann damit eine Überdüngung der Pflanzen einher?

    Ein Hydrokulturgefäß ist ein geschlossenes System: In das Gefäß eingetragene Salze, die nicht von der Pflanze aufgenommen werden, sammeln sich. Dies gilt für Nährsalze ebenso wie für Ballastsalze, die von den Pflanzen nicht oder nur in geringer Menge benötigt werden. Um ein mögliches Risiko zu beurteilen, muss man beobachten, was mit den überschüssigen Salzen passiert.

    Grundsätzlich findet durch die kapillare Wasserbewegung von unten nach oben auch ein Transport der darin gelösten Salze statt. Diese kristallisieren infolge der Wasserverdunstung in der obersten trockenen Blähtonschicht, als weißer Belag, aus. Nur Phosphor wird bereits im unteren Bereich ausgefällt. Die Ablagerung der überschüssigen Salze in der obersten Schicht ist positiv , da es auf diese Weise zu einer ständigen Entsorgung kommt und eine Überdüngung vermieden wird. Die Pflanzen haben durch die Salzanreicherung keinen Nachteil, weil sie in diesem trockenen Bereich keine Wurzeln bilden.

  • Farbe – Gibt es auch weißen bzw. grauen Blähton oder ein optisch ähnliches Material?

    Blähton für die Pflanzenkultur gibt es nur in der bekannten roten Färbung. Allerdings wird in Gartencentern auch eingefärbter Blähton angeboten. Dieser Blähton wird lediglich zum Abdecken der Substratoberfläche eingesetzt.

  • Qualität – Wenn ich frischen Blähton wasche, schwimmen einige Tonkügelchen nicht an die Wasseroberfläche. Ist es empfehlenswert, diese Kügelchen nicht zu benutzen?

    Bei der Herstellung von Blähton wird der Ton bei sehr hoher Temperatur von etwa 1.200° C gebrannt. Dabei entsteht eine Keramik, die an der Oberfläche weitgehend geschlossen ist. Der Blähton kann im Innenbereich fast kein Wasser aufnehmen. Abhängig davon, wie hoch der Anteil eingeschlossener Luftporen im Blähton ist, kann es sein, dass Blähtonkorn in Wasser aufschwimmt. Die eigentliche Aufgabe des Blähtons Wasser – an seiner Oberfläche nach oben zu leiten – bleibt davon unberührt.

  • Korngröße – Welche Korngröße des Blähton-Granulates muss für welche Pflanzen verwendet werden? Hängt das von der Pflanzenhöhe ab oder auch von bestimmten Eigenschaften der Pflanze? Haben unterschiedliche Korngrößen unterschiedliche Eigenschaften oder geht es nur um die Optik?

    Blähton ist in den Korngrößen 4/8 und 8/16 im Handel erhältlich. Für spezielle Zwecke, wie die Vermehrung von Pflanzen, wird auch die Korngröße 2/4 mm verwendet. Die Angabe 4/8 bedeutet, dass die Korngröße zwischen 4 und 8 mm liegt. In zahlreichen Versuchen stellte sich heraus, dass das beste Wachstum meist bei der Körnung 4/8 mm erzielt wird.

    Dennoch hat sich heute die Körnung 8/16 durchgesetzt, und zwar nicht nur aus optischen Gründen: In der Innenraumbegrünung ist starkes Wachstum nicht erwünscht. Hier kommt es vor allem auf eine gute Haltbarkeit der Pflanzen an. Das Risiko einer Vernässung und damit einhergehendem Sauerstoffmangel ist bei der gröberen Körnung 8/16 deutlich niedriger und deshalb der Körnung 4/8 vorzuziehen.

  • Blusana – Was sagt der Fachmann zu den Düngetabletten von Blusana?

    Die Düngetabletten von Blusana bestehen aus einem auf die Hydrokultur abgestimmten Salzdünger, der im Profibereich unter der Bezeichnung "Flory 9" eingesetzt wird. Zusätzlich wurde den Tabletten Kalziumsulfat (CaSO4 = Gips) zugesetzt. Der Einsatz von "Blusana-Düngetabletten" empfiehlt sich somit besonders bei weichen Gießwässern, die keine ausreichenden Mengen an Kalzium enthalten. Kalzium ist ein unverzichtbares Nährelement für die Pflanzen und in Flüssigdüngern aus technischen Gründen nicht enthalten!

    Werden Flüssigdünger unter diesen Bedingungen dennoch eingesetzt, kann es zu Kalziummangel an den Pflanzen kommen. Allerdings hat auch die Düngetablette von Blusana ihre Grenzen. Bei extrem weichem Gießwasser (Regenwasser) reicht die enthaltene Kalziummenge nicht aus. Außerdem kommt es unter diesen Bedingungen wegen des im Düngemittel enthaltenen relativ hohen Ammoniumstickstoff-Gehaltes zu einem unerwünscht starken Abfall des pH-Wertes der Nährlösung und in dessen Folge zu einer zusätzlichen Behinderung der Kalziumaufnahme der Pflanzen.

  • Flüssigdünger/Langzeitdünger

    Flüssigdünger sind mehr oder weniger hochkonzentrierte Nährsalzlösungen. Verschiedene Nährsalze, wie beispielsweise Ammoniumnitrat, Kaliumnitrat und Ammoniumdihydrogenphosphat werden in Wasser gelöst. Vorteil für den Anwender ist die einfache Dosierung. Er muss lediglich nach Gebrauchsanweisung eine bestimmte Menge abmessen und mit der angegebenen Wassermenge verdünnen. Man benötigt dazu lediglich einen Messbecher. In der Regel wird die Verschlusskappe der Flaschen als Messbecher verwendet. Achtung: Die Dosierung verschiedener Flüssigdünger kann sehr unterschiedlich sein. Hier empfiehlt es sich stets die jeweilige Gebrauchsanweisung genau zu beachten.

    Die verabreichten Nährstoffe sind für die Pflanzen sofort verfügbar. Langzeitdünger enthalten zumindest einen Teil der Nährstoffe in einer Form, die nicht sofort für die Pflanze verfügbar sind. Diese müssen vielmehr erst mobilisiert, das heißt in die für Pflanzen aufnehmbare Form überführt werden. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass Mikroorganismen organische Stickstoffverbindungen in mineralischen Stickstoff umwandeln. Eine weitere Möglichkeit stellt die Umhüllung der Mineraldüngersalze durch Kunststoffmembranen dar, durch die die Nährstoffe langsam nach außen abgegeben werden.

  • Hydrokultur/NPK-Dünger – Was unterscheidet einen Hydrokulturdünger von einem NPK-Dünger (mit Spurenelementen)?

    Hydrokulturdünger sollen den besonderen Bedingungen der Hydrokultur gerecht werden. Diese ergeben sich aus der fehlenden Pufferung des Hydrokultursystems und aus der Tatsache, dass es sich um ein geschlossenes System handelt. Wichtige Konsequenzen sind deshalb: Hydrodünger sollten keine Ballast-Salze enthalten (Natrium, Chlorid etc.). Hydro-Salzdünger müssen voll wasserlöslich sein.

    Der Ammonium-N-Anteil sollte nicht mehr als etwa 50 % des gesamten N-Angebotes ausmachen, damit es nicht zur Versauerung der Nährlösung kommt. Ausnahme: sehr harte Gießwässer. Der Phosphatgehalt sollte deutlich niedriger sein im Vergleich zu Düngemitteln für die Erdkultur. Der Kupfergehalt kann niedriger sein, da Kupfer kaum festgelegt wird. Außerdem enthalten Hydrodünger häufig besonders hochwertige Eisenchelate, die teilweise den höheren Preis solcher Düngemittel rechtfertigen.

  • Langzeitdünger – Gibt es auch für Langzeitdünger eine Bewertung?


    Für Hydrokulturen kommen als Langzeitdünger nur Ionenaustauscherdünger in Betracht. Über viele Jahrzehnte war der Ionenaustauscherdünger "Lewatit HD5" der einzige Ionenaustauscherdünger auf dem Markt. Er wurde in den 70er Jahren von der Firma Bayer AG entwickelt und unter verschiedenen Handelsnamen vermarktet. Zwischenzeitlich wurde von der gleichen Firma das "Lewatit HD5 plus" für salzarme Gießwässer entwickelt. Empfehlung für die Anwendung der Ionenaustauscherdünger "Lewatit HD5" und "Lewatit HD5 plus". Härtebereich des Gießwassers Gesamthärte des Gießwassers Empfohlener Düngertyp 1 0–7° dH "Lewatit HD5 plus" 2 7–14° dH Vorzugsweise "Lewatit HD5 plus" 3 14–21° dH "Lewatit HD5" 4 > 21° dH "Lewatit HD5".

    Nach Auslaufen des Patentschutzes wurde von der Firma Purolite ein neuer Ionenaustauscherdünger unter dem Namen "Florolite" in den Markt eingeführt. Es handelt sich dabei um keinen reinen Langzeitdünger, vielmehr ist als Startkomponente eine gewisse Menge sofort verfügbarer Nährsalze enthalten. Versuche haben gezeigt, dass die angeführten Ionenaustauscherdünger etwa gleichwertig sind, wenn die Gießwasserqualität berücksichtigt wird.

  • Pulverdünger – Ich habe mir einen Pulverdünger (3 Beutel) für Hydrokultur gekauft, der in zwei Kanistern aufgelöst werden soll. Der Basisdünger besteht nur aus den drei NPK-Komponenten. Ist bei fehlenden Spurennährstoffen nicht mit Mangelerscheinungen der Pflanzen zu rechnen? Kann ich den Basisdünger mit Spurennährstoffen anreichern, z. B. Composana? Wenn ja, wie viel sollte ich in etwa bei 100 g Basisdünger zugeben?


    Mir ist nicht klar, um welche Düngemittel es sich handelt, die sie käuflich erworben haben. Unter dem Namen Basisdünger, oder besser "Flory Basisdünger 1" (ohne Stickstoff) oder "Flory Basisdünger 2" (enthält nur 2 % Stickstoff) der Firma Euflor/München sind im Profibereich zwei Mehrnährstoffdünger am Markt, die außer Stickstoff alle Nährstoffe, also auch Spurenelemente, enthalten. Dieser Basisdünger muss dann nur noch mit Mineralstickstoff ergänzt werden. Dessen Form, Kalksalpeter oder Ammonnitrat, richtet sich nach der Wasserqualität (Säurekapazität bzw. Karbonathärte).

    Sollte es sich nun bei dem von Ihnen gekauften "Basidünger" um eben diesen handeln, erübrigt sich die Zugabe von Spurenelementen. Ob Spurenelemente enthalten sind, kann man beispielsweise daran erkennen, dass die Düngelösung bräunlich-rot gefärbt ist. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Eisen als EDDHA-Chelat enthalten ist. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir zu den Düngemitteln nähere Informationen geben könnten: Herkunft, Produktbeschreibung etc.

  • Wasseranstau – Was verstehen Sie unter Wasseranstau bei der Düngung?

    Bei der Kultur von Pflanzen in Blähton ist es notwendig, das Gefäß mit einem Wasser- oder besser Nährlösungsvorrat zu versehen, da der Blähton selbst im Gegensatz zu Seramis keine nennenswerten Mengen speichern kann. Dieser Wasservorrat befindet sich im unteren Substratbereich und wird als Wasseranstau bezeichnet. Er beträgt bei einer Gefäßhöhe von 19 cm maximal 4–6 cm.

  • Qualität – Kann man jeden angebotenen Flüssigdünger verwenden?

    Das Angebot an Flüssigdünger ist inzwischen fast unübersehbar geworden. Neben Flüssigdünger für den Profi in größeren Gebinden, werden für den Hobbybereich Produkte in kleineren Flaschen angeboten. Meist handelt es sich um sogenannte Universaldünger. Allerdings bieten einige Hersteller auch spezielle Düngemittel für die Hydrokultur an. Von der Forschungsanstalt Geisenheim wurden im Jahre 1998 Flüssigdünger für den Endverbraucher geprüft. Nicht alle waren empfehlenswert. So gab es viele, meist billige Flüssigdünger, die keine Spurenelemente enthielten.

    Andere enthielten zuviel Natrium und Chlorid. Zusammensetzung und Anwendungsempfehlung waren sehr unterschiedlich. Teilweise stimmte die tatsächliche Zusammensetzung nicht mit den Angaben auf der Verpackung überein. Die Angabe, dass Spurenelemente enthalten sind, ist leider keine Gewähr dafür, dass sie wirklich enthalten sind. Vorsicht deshalb besonders bei billigen Produkten, denn Spurenelemente sind vergleichsweise teuer.

  • Schlafräume – Ist es schädlich für den Menschen, wenn man im Schlafzimmer Hydrokultur-Pflanzen stehen hat?

    Es ist unbedenklich, in einem Schlafzimmer Hydrokulturpflanzen stehen zu haben. Bedenken, die teilweise berechtigterweise in Zusammenhang mit Topfpflanzen geäußert werden, betreffen herkömmliche Pflanzen in gärtnerischer Erde. Von diesen kann eine Belastung mit Schimmelpilzen ausgehen, was besonders in Krankenhäusern sehr kritisch gesehen wird.

    Schimmelbildung auf dem Blähton ist dagegen unbekannt und auch kaum wahrscheinlich, weil den Pilzen hier die Ernährungsgrundlage fehlt. Außerdem ist die obere Blähtonschicht meist trocken.

  • Schimmel – Ich bin allergisch gegen Schimmelpilze und habe, auf Anraten meines Arztes, alle Pflanzen auf Hydrokultur umgestellt. In letzter Zeit hat sich allerdings auf den Kugeln in einigen Töpfen Schimmel gebildet. Wie kann es dazu kommen und was kann ich dagegen tun?

    Sie brauchen keine Sorge vor Schimmelbildung auf dem Blähtonsubstrat zu haben! Es handelt sich lediglich um Salzausblühungen. Schimmelpilze benötigen zersetzbare organische Substanz, die sie auf dem Blähton nicht vorfinden. Das Ausblühen von Salzen kommt durch den kapillaren Wassertransport nach oben zustande.

    Wenn das Wasser an der Oberfläche verdunstet, bleiben die Salze zurück und bilden Strukturen, die einem Schimmelrasen durchaus ähnlich sein können. Unter dem Mikroskop kann man den Unterschied deutlich sehen. Die Salzanreicherung nimmt mit zunehmendem Salzgehalt des Gießwassers zu. Hier hilft nur die oberste Blähtonschicht hin und wieder auszutauschen.

  • Pflanzenschutz – Welche Mittel sind für den Innenbereich zugelassen?

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit führt das aktuelle Verzeichnis zugelassener Pflanzenschutzmittel. Für die professionelle Innenraumbegrünung gelten hier die Mittel des Verzeichnises "Haus- und Kleingärten" mit der Spezifizierung "Zimmerpflanzen".

  • Krankenhaus – Haben die Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel einen negativ Einfluss auf Patienten, die bettlägerig oder aus anderen Gründen den ganzen Tag auf Station sind?

    Pflanzenschutzmittel, die zur Pflege von Pflanzen in Räumen eingesetzt werden sollen, bedürfen lt. Pflanzenschutzgesetz einer besonderen Zulassung. Diese wird u.a. nur erteilt, wenn das Produkt "...keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit ..." hat. Dabei wird allerdings nicht unterschieden, ob es sich um "gesunde" oder "kranke" Menschen handelt. Voraussetzung ist natürlich die sachgerechte Anwendung, d.h. so wie in der Gebrauchsanleitung beschrieben.

    Bei bestimmten Mitteln (Wirkstoff: Dimethoat), die als Sprühformulierungen im Handel sind, ist z. B. vorgeschrieben, dass die Höchstsprühdauer in geschlossenen Räumen max. 30 sec/10 m betragen darf und dass während bzw. nach der Anwendung für eine gute Belüftung der Räume zu sorgen ist.

    Bei anderen Mitteln, z. B. auf der Basis von natürlichen Pyrethroiden, gibt es diese Einschränkungen nicht. Um ein evtl. Restrisiko weiter zu reduzieren, würde ich die Anwendung von Präparaten über die Wurzel empfehlen (Pflanzenschutzstäbchen oder -zäpfchen). Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, nahezu alle wichtigen Schädlinge an Pflanzen in Räumen auch auf biologischem Wege zu bekämpfen. Die Entscheidung, ob eine bestimmte Pflanzenschutzmaßnahme im "Krankenzimmer" durchgeführt werden kann, muss letztlich der verantwortliche Arzt treffen.

  • Kinderschutz – Ist Hydrokultur giftig? Hängt das vom Dünger ab? Was empfehlen Sie, wenn Kinder im Haushalt sind?

    Das Hydrokultursystem besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: Nährlösung, Blähton und der Pflanze. Die Nährlösung ist für ein+C3 Kind nicht ohne weiteres zugänglich, da sie sich im unteren Teil des Gefäßes befindet. Bei der Nährlösung handelt es sich zudem um eine schwache Salzlösung. Gutes Mineralwasser enthält in der Regel wesentlich höhere Salzgehalte, wenngleich die Zusammensetzung eine etwas andere ist. So ist in der Nährlösung Nitrat enthalten. Die Konzentrationen liegen im Regelfall bei maximal 10 mmol/Liter. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 3,57 mmol/Liter (= 50 mg Nitrat/Liter).

    Früher war durchaus das doppelte und mehr üblich. Man sieht daran, daß das Gefährdungspotential gering ist. Die Art des Düngers ist nicht von Bedeutung. Kleinkinder interessieren sich häufig sehr für Topfpflanzen und haben große Freude daran die Erde aufzuwühlen und den Pflanzen, im wahrsten Sinne des Wortes, "auf den Grund zu gehen". Dabei passiert es auch, dass Blumenerde aufgenommen und verschluckt wird.

    Bei der Hydrokultur werden die Blähtonkügelchen in den Mund genommen. Ich selbst habe bei meinen Kindern immer die "Krise" bekommen, wenn ich es erlebt habe. Aber Konsequenzen hatte derartiges Tun nie. Trotzdem sollte man wachsam sein. Vorteil der Hydrokultur ist in jedem Fall, dass die Verschmutzung der Wohnung durch das Austopfen der Pflanzen gering ist und der Blähton augenscheinlich wesentlich sauberer und weniger verkeimt ist.

  • Dracaena-Palme – Ich habe zwei von einander getrennte Hydrogpflanzungen mit jeweils mehreren Pflanzen. Beide Pflanzungen werden immer gleich gegossen und gedüngt, stehen auch mit gleicher Belichtung. Bei der einen Pflanzung bekommt die Dracaena-Palme an den frischen Blättern zuerst in der Blattmitte einen braunen Punkt. Außenherum wird das Blatt gelb. Beides wird größer und das Blatt vertrocknet ganz. Die alten Blätter bleiben gesund. Was muss ich ändern?

    Bei den Dracaenen gibt es die sog. Schokoladenfleckigkeit. Leider ist bis heute nicht bekannt, welche Ursachen letztlich zur Entstehung dieser Krankheit führen. Sehr sicher kann man lediglich irgendwelche Krankheitserreger ausschließen. Vermutet werden u. a.: niedrige Luftfeuchte, hohe Einstrahlung, hoher Salzgehalt im Substrat bzw. der Nährlösung. Von den Pflegefirmen wird immer wieder berichtet, dass solche Blattflecken oft bei zu engem Wurzelraum auftreten.

    Die erstgenannten Faktoren sollten Sie überprüfen und vorsichtshalber eine "Spülung" vornehmen (Nährlösung absaugen, Wasser zugeben und erneut absaugen, evtl. mehrmals wiederholen). "Zu enger Wurzelraum" bedeutet oft, dass der ursprüngliche Kulturtopf aus Plastik beim Einpflanzen in das Hydrogefäß nicht entfernt wurde. Auch das können Sie prüfen und ggf. für Abhilfe sorgen (z. B. den Plastiktopf einfach aufschneiden ohne die Pflanze aus dem Gefäß zu nehmen). Unterstützend kann man, sofern möglich, die Pflanzen auch zurückschneiden. Der Neuaustrieb ist meist in Ordnung.

  • Farne – Ich möchte Farne in Hydrokultur wachsen lassen. Leider habe ich damit wenig Erfolg: Sie gehen mir oft ein. Was kann ich tun, welche besonderen Anforderungen haben Farne ?

    Grundsätzlich lassen sich auch Farne in Hydrokultur, also in Blähton kultivieren. Mein Eindruck ist allerdings, dass sie vergleichsweise empfindlich auf zu hohen Wasserstand reagieren. Deshalb streng beachten, dass der Wasserstand sicher auf Null abgesunken ist und dann noch einige Tage warten bis zum Nachfüllen.

  • Fußbodenheizung – Welche Pflanzen kann man am besten in Hydrokultur, (und wie) in Verbindung mit Fußbodenheizung benutzen?


    Grundsätzlich lässt sich jede Pflanze aus dem Hydrosortiment einsetzen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Bei der Fußbodenheizung sollte die direkte Wärmeübertragung vom Fußboden über das Gefäß zur Nährlösung verhindert werden; beispielsweise durch Einbau von Rollen oder durch Unterlegen einer wärmedämmenden Scheibe (Styropor, Kork o. Ä.). Wird der Wärmeübergang nicht unterbrochen, kann es zu einer starken Erwärmung der Nährlösung und in der Folge zu Sauerstoffmangel sowie einer verstärkten Verdunstung kommen. Letzteres fördert die Anreicherung von Salzen in der Wurzelzone.

  • Grünlilie – Vor einiger Zeit habe ich den Ableger einer Grünlilie direkt in Hydrokultur eingepflanzt. Die Pflanze ist prächtig gediehen und war wunderschön. Leider lässt sie jetzt die Blätter hängen, weil der untere Teil der Wurzeln völlig verfault ist und lediglich die oberen 1,5 cm intakt sind. Können Sie mir mitteilen, ob ich etwas falsch gemacht habe? Oder inwieweit sich die Grünlilie tatsächlich für Hydrokultur eignet?

    Das Symptom, das Sie schildern, deutet sehr stark auf einen Schaden infolge Vernässung hin. Haben Sie darauf geachtet, dass Wasser erst nachgefüllt wurde, wenn der Wasserstand mit Sicherheit auf Null abgesunken war? Wurde nicht höher als auf Optimum aufgefüllt? Sollten Sie beides beachtet haben, kommt noch eine Wurzelkrankheit in Betracht. In diesem Fall lohnt es sich nicht die befallenen Pflanzen retten zu wollen.

  • Zimmerbrunnen – Ich habe einen Hydrokultur-Lavastein-Zimmerbrunnen und möchte gern Pflanzen erwerben, die am/auf dem Stein wachsen können. Welche Pflanzen sind besonders dafür geeignet, da das Wasser über den Stein läuft und somit die Pflanze ständig mit Wasser benetzt wird?

    Ich bin der Meinung , dass man die Versorgung der Pflanzen vom Brunnenkreislauf zu trennen. Denn: 1. Die Pflanze benötigt Nährstoffe. Wenn diese dem Brunnenwasser zugefügt werden, kommt es zu einer sehr schnellen Veralgung mit entsprechenden Folgen.

    Andererseits habe ich wiederholt Brunnen gesehen, und hier besonders solche mit Lavasteinen, die dadurch natürlicher aussahen, wenn sie teilweise mit Algen überzogen waren. Solche Brunnen waren mit kleinwachsenden Farnen bestückt, aber auch mit kleinen Ficus benjamina. 2. Ein weiterer Grund ist die erwünschte hohe Verdunstungsrate des Brunnens. Dabei wird nur das Wasser verdunstet. Im Gießwasser enthaltene Salze und gegebenenfalls nun auch Nährstoffe bleiben zurück und reichern sich an. Auf keinen Fall sollte mit Ionenaustauscherdüngern gearbeitet werden, weildann eine sehr schnelle Nährstofffreisetzung erfolgt.

  • Kaffeebaum – Ich habe seit ca. 3 Jahren zwei Kaffeebäume zusammen in einer Hydrokultur. Sie sind bisher bis auf eine Höhe von ca. 80 cm gewachsen. Seit kurzem hängen bei einem die Blätter. Ich kann aber keinen Schädlingsbefall feststellen. Können Sie mir sagen, was los ist ? Fehlt etwas im Dünger – ich verwende Flüssigdünger für Hydrokulturen.

    Mein Eindruck ist, dass bei der einen betroffenen Pflanze das Wurzelsystem massiv geschädigt ist und die Welke verursacht. Wenn Sie die Pflanzen austopfen, werden Sie dies möglicherweise bestätigt finden. Die Ursache für einen derartigen Schaden ist meist Sauerstoffmangel infolge zu nasser Kultur.

    Es kann durchaus geschehen, dass davon die eine Pflanze stärker betroffen war, als die andere. Durch einen Ernährungsfehler kann derartiges nur infolge starker Überdüngung verursacht werden. Sollte sich meine Vermutung bestätigen, sollten Sie die nächsten Wochen mit der Bewässerung vorsichtig sein, damit die abgestorbenen Wurzeln mineralisiert werden. Leicht zersetzbare organische Masse trägt zu einer starken Sauerstoff-Zehrung bei.

  • Kenia-Palme – Ich habe eine Kentia-Palme (lat. Howei) gekauft, Größe ca 1,80 m. Leider habe ich keine Info über Pflege, ph-Wert und den Dünger gefunden. Es wäre nett, wenn Sie mir eine Auskunft über diese Palme zukommen lassen.

    Wählen Sie bitte die Suchmaschine von Yahoo an und geben als Suchbegriff "Howeia" oder "Kenia" an und Sie werden etliche Adressen mit Pflanzenportraits zu dieser Palmenart finden. Viel Spaß beim Surfen.

  • Oleander – Warum blüht mein Oleander nicht? Er steht im Winter im Raum und ab April/Mai im Freien in der Sonne. Wie kann ich Triebe von dieser Pflanze ziehen?

    Möglicherweise liegt Ihr Problem daran, dass sie die Pflanzen zurückschneiden. Die Blüten werden nämlich nur an zweijährigen Trieben angesetzt. Oleander lassen sich leicht durch Kopfstecklinge vermehren. Die Bewurzelung kann eingestellt in Wasser erfolgen.

  • Teepflanze – Kann man Teepflanzen in Hydrokultur kultivieren? Sollte man für diese Pflanzen weiches oder hartes Wasser benutzen?

    Jede Pflanze kann man in "Hydrokultur" kultivieren, also auch Tee (Camellia sinensis). Teepflanzen benötigen einen niedrigen pH-Wert zwischen 4,5–5,5. Dies erreicht man durch Gießen mit relativ weichem Wasser und ausreichendem Ammonium-Anteil im Düngemittel. Regenwasser pur ist auf Dauer allerdings nur geeignet, wenn ausreichende Mengen Calzium gedüngt werden.

  • Zitronenbaum – Eignet sich ein Zitronenbaum für Hydrokultur? Ich habe vor, einen Ableger unseres Zitronenbaums in Hydro zu ziehen und diesen dann in Hydro zu halten. Auf was ist speziell zu achten?

    Ein Citrus lässt sich leider nicht so einfach über Stecklinge vermehren. Die Wurzelbildung verläuft, falls überhaupt, sehr langsam. Im Buch "Topfpflanzen" von Röber u. a. aus dem Ulmer-Verlag findet sich folgender Hinweis zur vegetativen Vermehrung mittels Stecklingen: "Im Bereich des Knotens wird durch das ausgereifte Holz ein schräger Längsschnitt gemacht, man behandelt die Schnittfläche mit einem Bewurzelungsmittel und steckt sie in 5 cm Töpfe.

    Bei einer Boden- und Lufttemperatur von 35 ?C und einer Luftfeuchtigkeit von 80-90 % beträgt die Bewurzelungsdauer 4-6 Wochen." Ich empfehle als Vermehrungssubstrat entweder Seramis oder Perlite.

  • Schildläuse – Welchen nachhaltigen Bekämpfungsvorschlag können Sie mir gegen die allzeit geliebten Schildläuse geben?

    Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit bestimmten Marienkäfern oder Schlupfwespen möglich (Spezialberatung bei Nützlingslieferanten anfordern). Eine chemische Bekämpfung ist möglich, sollte jedoch systemisch erfolgen. Zugelassene Mittel sind im Fachhandel zu erfragen. Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis (z. B. Promanal AF Neu), mit diesen lassen sich vor allem die jungen, noch mobilen Stadien bekämpfen. Eine wiederholte Anwendung ist daher sehr wichtig.

    Auch die sogenannten Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schildläuse.

  • Schmierläuse – Welche Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es gegen Schmierläuse?

    Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit dem Australischen Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) oder Schlupfwespen (Spezialberatung bei Nützlingslieferanten anfordern) möglich . Zur chemischen Bekämpfung eignen sich verschiedene Sprühpräparate (z. B. COMPO Zierpflanzen-Spray, Lizetan-Zierpflanzenspray) oder Lizetan-Combistäbchen als Nährlösungszusatz.

    Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis (z. B. Promanal AF Neu). Auch die sogenannten Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schmierläuse. Sehr gut und lang andauernd wirken Lizetan-Combistäbchen, die der Nährlösung zugesetzt werden.

  • Springschwänze – Was macht man gegen Springschwänze?

    Springschwänze (Collembola) sind flügellose, nur 1–3 mm lange Urinsekten. Ihren Namen haben sie von ihrer Fähigkeit, mit Hilfe einer am Hinterleib angebrachten Sprunggabel mehr oder weniger große Sprünge zu machen. Als Bodenbewohner sind sie eher als nützlich einzustufen, da sie an der Umsetzung der organischen Substanz beteiligt sind.

    Auch an den Zimmerpflanzen treten sie kaum als Schädling auf. Sie sind eher Anzeiger für Wurzelfäule aufgrund von Vernässung und bei Massenauftreten eben lästig. Nur bei sehr starker Massenvermehrung können die Collembolen neben dem abgestorbenen, faulenden Material gelegentlich auch gesunde Wurzeln anknabbern und dann auch als Schädlinge betrachtet werden.

    Bei verstärktem Auftreten sollte unbedingt der Wurzelbereich kontrolliert werden, ob nicht faulende organische Substanz die eigentliche Ursache für das Auftreten der Springschwänze darstellt. Wenn der Wurzelraum wieder in einen optimalen Zustand gebracht wurde, erübrigen sich in der Regel direkte Bekämpfungsmaßnahmen. Bei Hydrokulturpflanzen hilft oft ein kurzfrisitges vollständiges Überstauen, mit dem ein Großteil der Tiere ausgeschwemmt werden kann. Chemische Maßnahmen zeigen in der Regel keine ausreichende Wirkung, wenn nicht die Ursachen für die Wurzelfäule beseitigt werden.

  • Trauermücken – Ich habe in meinem Haus seit ca. einem halben Jahr die Beobachtung gemacht, dass kleine schwarze Fliegen in meinenPflanzen (hauptsächlich Hydrokultur) hausen. Keine Maßnahme, die ich bisher ausprobiert habe, hat geholfen diese Fliege zu vertreiben. Nachdem nun leider eine ca. 2,5 m hohe, buschige Schefflera nicht mehr zu retten war, hoffe ich durch Ihren Rat meine anderen Pflanzen vor diesem Schädling zu bewahren.

    Es handelt sich nahezu ausschließlich um sog. Trauermücken (=Pilzmücken). Das Auftreten dieser Schädlinge in Hydrokultur ist sehr ungewöhnlich, da sich ihre Larven (glasig, mit schwarzer Kopfkapsel) in der Regel von leicht zersetzlicher organischer Substanz ernähren. Meist gibt es Probleme bei Verwendung torfhaltiger Substrate und übermäßiger Nässe. Besonders gefährdet sind sehr junge Pflanzen. Im vorliegenden Fall vermute ich, dass die betroffenen Hydropflanzen durch zu hohen Wasserstand o.a. Ursachen Wurzelschäden erlitten haben.

    Die Trauermücken wurden vermutlich mit anderem Material (evtl. Erdpflanzen) eingeschleppt und haben dann an dem faulenden Material gute Entwicklungsbedingungen vorgefunden. Die Beseitigung der Futterquellen (d. h. des geschädigten Wurzelgewebes) wäre der erste Schritt für eine dauerhafte Sanierung. Die Leimtafeln sollten Sie weiterhin verwenden, da sie zur Reduzierung des Befalles beitragen. Eine chemische Bekämpfung der eigentlich schädlichen Larven (Maden) ist bei Zimmerpflanzen kaum möglich.

    Eine Alternative wäre die Verwendung von insektenpathogenen Nematoden (Fadenwürmer). Solche nützlichen Nematoden werden z. B. von der Firma Neudorff auch für den Einsatz bei Hydropflanzen angeboten. Die Aufhellungen an den von Ihnen übersandten Schefflera-Blättern wurden vermutlich durch Wurzelschäden (z. B. zu hoher Wasserstand) verursacht.

  • Verpilzung – Der Raum ist warm und wird oft gelüftet. Was kann ich machen bzw. gibt es dafür ein Fungizid. Alle Pflanzen (Hydro und Erde) sehen gut aus. Kann es sein, dass Blumenerde verpilzt war und Sporen auf den Blähton gelangt sind?

    Verpilzungen von Substratoberflächen bei organischen Substraten (Blumenerden, Torf) kommen hin und wieder vor. Sie werden von Pilzen der Gattungen Plicaria, Peziza und Acremonium verursacht, die die Pflanzen allerdings nicht angreifen. Es ist eher ein ästetisches Problem und möglicherweise auch ein Problem für Allergiker. Die Verpilzung wird vermutlich durch bestimmte Inhaltsstoffe des Substrates gefördert, außerdem durch feuchte und kühle Kultur.

    Gegenmaßnahme ist das Abtragen der obersten Substratschicht und mäßiges Gießen. Dabei die Substratoberfläche vor dem erneuten Gießen abtrocknen lassen. Es hilft auch, wenn nur von unten gegossen wird. Die dann einseitig nach oben gerichtete Wasserbewegung führt mittelfristig dazu, dass sich an der Substratoberfläche hohe Salzkonzentrationen einstellen, die das Pilzwachstum beeinträchtigen.

    Nun zur Hydrokultur.Bisher haben sich Meldungen über verpilzte Substratoberflächen bei der Kultur in Blähton in keinem einzigen Fall bewahrheitet. Es handelte sich dabei stets um die täuschend ähnlich aussehende Ablagerung von Salzen. Dies ist ein natürlicher und durchaus erwünschter Prozess. Auf diese Weise werden überschüssige Salze aus dem System entfernt. Wen es stört, sollten Sie die oberste Blähtonschicht hin und wieder austauschen.

  • ältere Pflanzen – Kann ich auch ältere Pflanzen von Erde auf Hydrokultur umstellen? Gibt es einen speziellen Trick, wie man die Erde komplett aus den Wurzeln bekommt?

    Das Umstellen von sogenannten Erdpflanzen auf Hydrokultur ist grundsätzlich problematisch. Dies gilt ganz besonders für ältere und größere Pflanzen. Das Auswaschen des Torfsubstrates ist mit hohem Aufwand verbunden und gelingt in der Regel nicht perfekt.

    Dafür entstehen am Wurzelsystem eine Vielzahl von Verletzungen – ideale Eintrittspforten für Krankheitserreger. Der Totalverlust der Pflanze kann die Folge sein. Auch Profibetriebe rechnen bei der Umstellung mit Ausfallraten von 30 % und mehr.

  • Blähton -> Erde – Kann man von Blähton auf Erde umtopfen?

    Das Umtopfen von Blähton-Pflanzen in Erde ist schwierig und nicht empfehlenswert.

  • Einblatt – Mein Einblatt ist noch im Erdtopf (35 cm oberer Durchmesser) und braucht mehr Platz: Kann ich es teilen, alle Erde abspülen und auf Hydrokultur umstellen?

    Ich bin grundsätzlich kein Vertreter des Umstellens von "Erdpflanzen" auf Hydrokultur. Das Risiko, dass die Pflanze diese Umstellung nicht überlebt, ist zu groß. Hier bietet sich als Alternative das Seramis-Verfahren an. Streptocarpus haben zudem ein relativ feines Wurzelsystem. Es dürfte kaum möglich sein, die Erde ohne erhebliche Beschädigung der Wurzeln zu entfernen.

  • Ficus benjamini – Vor 4 Wochen habe ich einen ca. 1,50 m hohen Ficus benjamini von Erd- auf Hydrokultur umgestellt. Ich habe die Erde gründlich aus den Wurzeln ausgespült. Nun sieht der Ficus ziemlich traurig aus. Er verliert täglich ca. ein halbes Kehrblech voll frischer Blätter. Wie kann ich ihn eventuell noch retten?

    Das Umstellen von Erdpflanzen auf Hydrokultur ist äußerst problematisch und sollte vermieden werden. Einerseits muss die Erde möglichst sorgfältig entfernt werden. Andererseits werden, wenn dies sorgfältig geschieht, dadurch die Wurzeln erheblich beschädigt. Krankheitserreger können sich leicht etablieren. Außerdem benötigen die Pflanzen in Hydrokultur morphologisch gesehen andere Wurzeln, die sie erst neu bilden müssen.

    Aus den angeführten Gründen empfehlen wir Erdpflanzen nicht in Hydrokultur, sondern in Seramis zu überführen. Was können Sie tun, um die Pflanze möglicherweise noch zu retten?

    Auf Wasseranstau vorerst verzichten, bis sich das neue Wurzelsystem gebildet hat. Daran erkennbar, dass man die Pflanze zusammen mit dem Gefäß anheben kann. Dazu den Kulturtopf offen in einen Untersetzer stellen und nicht in das Umgefäß. Häufig genug auf Durchlauf wässern und überschüssiges Wasser abgießen. Und außerdem für Verdunstungsschutz sorgen, indem die Pflanze für 2–3 Wochen mit einer durchsichtigen Kunststofffolie überzogen wird. Nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen.

  • Kakteen

    Kakteen lassen sich problemlos in Hydrokultur kultivieren.,Sie werden überrascht sein, wieviel Wasser diese verbrauchen können, wenn sie es bekommen. Problematisch kann lediglich die Umstellung von Erd- auf Hydrokultur sein. Dabei muss das Erdsubstrat möglichst sorgfältig entfernt werden.

    Mehr noch als bei anderen Pflanzenarten in Hydrokultur gilt für Kakteen, dass der Wasserstand möglichst niedrig eingestellt und für eine ausreichend lange "Trockenphase" gesorgt wird, nachdem der Wasserstandsanzeiger auf Null abgesunken ist. Es empfiehlt sich in diesem Fall etwa eine Woche mit dem Nachfüllen zu warten. "Hydroprofis" füllen dann nur soviel Wasser auf, bis der Wasserstandsanzeiger zu steigen beginnt.

  • Orchideen – Kann man auch Orchideen und Kakteen in Hydrokultur umpflanzen?

    Orchideen lassen sich problemlos in Hydrokultur kultivieren. Orchideen gehören sogar zu den ersten Pflanzen, die in diesem Kulturverfahren erfolgreich produziert wurden. Problematisch kann lediglich die Umstellung von Erd- auf Hydrokultur sein. Dabei muss das Erdsubstrat möglichst sorgfältig entfernt werden. Gerade bei Orchideen lassen sich dabei Wurzelverletzungen nicht vermeiden, wodurch das Risiko von Krankheiten zunimmt. Aus diesem Grund ist es besser, sich Orchideen zu beschaffen, die bereits in Blähton angezogen wurden.

    Mehr noch als bei anderen Pflanzenarten in Hydrokultur gilt für Orchideen, dass der Wasserstand möglichst niedrig eingestellt und für eine ausreichend lange "Trockenphase" gesorgt wird, nachdem der Wasserstandsanzeiger auf Null abgesunken ist. Es empfiehlt sich in diesem Fall etwa eine Woche mit dem Nachfüllen zu warten. "Hydroprofis" füllen dann nur soviel Wasser auf, bis der Wasserstandsanzeiger zu steigen beginnt. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss die "Trockenphase" bei Orchideen natürlich kürzer gestaltet werden.

  • Grundsätzliches – Wir möchten unsere Pflanzen (Erde) auf Hydro umstellen. Was müssen wir grundsätzlich beachten, was dürfen wir auf keinen Fall tun?

    Das Umstellen von vorhandenen Pflanzen in Erde auf Hydrokultur ist zwar theoretisch möglich, aber nicht einfach, mit einem hohen Arbeitsaufwand und hohem Risiko verbunden. Ich rate deshalb in der Regel davon ab. Bei den Erdpflanzen müsste das Substrat durch Auswaschen möglichst vollständig entfernt werden.

    Bei älteren Pflanzen mit intensiv durchwurzeltem Topfvolumen ist das kaum möglich. Zumindest werden die Wurzeln mehr oder weniger stark beschädigt, wodurch Eintrittspforten für Krankheitserreger entstehen. Außerdem stößt die Pflanze nach der Umstellung einen Teil des alten Wurzelsystems ab und bildet neue. Die dadurch entstehende große Menge an zersetzbarer organischer Substanz kann zu lang anhaltendem Sauerstoffmangel und dadurch bedingt zum Sterben führen. Aus diesem Grund werden in Hydrobetrieben nur Jungpflanzen auf Hydrokultur umgestellt, oder große Deko-Pflanzen, die in Hydrokultur möglicherweise kurzfristig nicht erhältlich sind.

    Nach dem Umstellen auf Hydrokultur benötigen die Pflanzen eine über mehrere Wochen gehende Anpassungsphase in der auf Wasseranstau zunächst nach Möglichkeit verzichtet und für einen ausreichenden Verdunstungsschutz durch Abdecken mit Folie gesorgt werden sollte. Trotz aller Bemühungen schaffen es häufig viele Pflanzen auch bei den Profis nicht.

  • Yucca-Palme – Ich habe eine Yucca-Palme (herkömmlich in einem Topf mit Erde). Diese würde ich gerne umtopfen – in Hydrokultur. Ist dies möglich? Oder könnte man auch die Palme, wenn ich sie abschneide und neue Wurzeln gewachsen sind, neu in Blähton einpflanzen. Was müsste man beachten?

    Es ist nicht empfehlenswert, eine in Erdsubstrat gewachsene Yucca auf "Hydrokultur" umzustellen. In der Regel gelingt es bei dieser Pflanzenart nicht den Wurzelballen restlos von der Erde zu befreien. Außerdem werden die Wurzeln beschädigt. Beides zusammen schafft günstige Bedingungen für Erreger von Wurzelfäulen. Besser wäre es, den Spross völlig neu in Blähton zu bewurzeln, was aber gewisse Erfahrung verlangt und auch nicht immer gelingt.

  • Häufigkeit – Wie oft muss man Hydropflanzen umtopfen?

    Pflanzen müssen umgetopft werden,wenn a)das Substrat durch mikrobielle Zersetzung verdichtet ist, b) das Substrat im Verlaufe der Zeit versalzen ist, c) die Größenverhältnisse zwischen Pflanze und Gefäß nicht mehr stimmen. Die ersten beiden Gründe entfallen bei der Hydrokultur. Bei Blähton handelt es sich um ein dauerhaft strukturstabiles Substrat. Eine Anreicherung von Salzen erfolgt nur in der obersten, nicht durchwurzelten Schicht, da die Wasserbewegung stets von unten nach oben gerichtet ist.

    Ein Umtopfen ist demnach erst dann erforderlich, wenn die Pflanzen zu groß geworden sind. Dies kann deutlich hinausgezögert werden, wenn bestimmte Pflanzenarten, wie beispielsweise Ficus benjamina regelmäßig geschnitten werden. Ein Umtopfen ist spätestens dann fällig, wenn das Gefäß durch den Wurzeldruck ausbeult. Dracaena-Arten haben beispielsweise diese unangenehme Eigenschaft.


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